Bülacher Stadtrat: Angst vor eigener Courage zu Tempo 30
In den letzten drei Jahren wurden einige Petitionen für Tempo 30 eingereicht. Sie wurden vom Stadtrat positiv beantwortet. Dennoch sind bis heute noch keine Anträge an die Kantonspolizei gestellt worden. Erst soll ein Konzept erarbeitet werden. So warten die Anwohnenden weitere Jahre bis die – vom Stadtrat selbst als gut befundene – Beruhigung durch Tempo 30 kommt.
Am 10. Mai 2023, also vor ziemlich genau zwei Jahren, beschloss der Bülacher Stadtrat, die Einführung von Tempo 30 im Quartier «Kernstrasse» gutzuheissen und die zuständigen Verwaltungsabteilungen anzuweisen «die notwendigen technischen Grundlagen auszuarbeiten, damit die Einführung der Tempo-30-Zone bei der Verkehrstechnischen Abteilung der Kantonspolizei Zürich beantragt werden kann.»
Ein gleichlautender Beschluss erging am 12. Juli 2023 für die Gussstrasse und die Solibodenstrasse und knapp zwei Monate später für die Quartierstrassen in den Quartieren Soligänter, Soliboden, Hohfuri, Guss und Wisli. Vor etwas über einem Jahr wurde zudem die Einführung von Tempo 30 im Quartier Grampenweg in Aussicht gestellt.
Was ist seither geschehen? Der Stadtrat meldet, er habe nun – nach anderthalb bis zwei Jahren! – ein Projekthandbuch genehmigt und könne auf dieser Grundlage ein «Konzept zur Einführung von Tempo 30» erarbeiten. Das sollte dann bis Frühjahr 2026 den zuständigen Kommissionen unterbreitet werden. Die Umsetzungskosten überstiegen wohl den Betrag von 300 000 Franken, das Ganze falle somit in die Kompetenz des Parlaments.
Auch nach drei Jahren, werden die Anwohnenden, die seit 2023 diese Petitionen eingereicht und sich über die positive Reaktion gefreut haben, noch immer nicht in Genuss von ruhigeren und sicheren Strassen kommen!
Die Kinder, deren Sicherheit man damals im Auge hatte, werden wahrscheinlich nie auf verkehrsberuhigten Strassen zur Schule gehen dürfen.
Die Grünen haben nichts gegen eine gesamtheitliche Betrachtung, doch sie wäre schon längst fällig gewesen. Die Grundlagen für die angesprochenen Quartiere hätten schon längst erarbeitet und die Anträge eingereicht werden sollen.
Hier scheint dieses Argument als Vorwand benutzt zu werden, um bereits beschlossene Massnahmen nicht umzusetzen. Hat der Stadtrat Angst vor der eigenen Courage bekommen?